Jugendbücher

Fangirl – Jugendbuch Rezension

24. Mai 2018
Cover Fangirl von Rainbow Rowell

Cover von Fangirl (Bildquelle)

Das Fandom Leben ist vielleicht einigen von euch vertraut. Eine Serie oder einen Film immer wieder ansehen. Eine Buchreihe immer wieder lesen. Fanfictions lesen, Fanart ansehen. Oder vielleicht sogar selbst schreiben und zeichnen. Für mich ist das ehrlich gesagt kein Neuland. Ich habe über die Jahre verschiedensten Fandoms angehört. Begonnen mit Herr der Ringe, später die BBC-Serie Sherlock, in jüngerer Vergangenheit die Marvel Filmhelden. Daher hat mich das Buch Fangirl von Rainbow Rowell* auch sehr angesprochen.

Handlung von Fangirl

Protagonistin von Fangirl ist Cather, kurz Cath. Sie ist sehr in sich gekehrt, hat oft Ängste vor neuen Situationen und Orten und ist das namensgebende Fangirl des Buchs. Denn sie ist außerdem Fanfiction-Autorin einer bekannten Geschichte um Simon Snow. Simon ist das Äquivalent zu Harry Potter in dieser Welt. Die Geschichte beginnt als Cath und ihre Zwillingsschwester Wren auf das College gehen. Obwohl die beiden in der Vergangenheit unzertrennlich waren, möchte Wren keine WG mit ihrer Schwester beziehen sondern lieber neue Kontakte knüpfen.

Cath fällt es deutlich schwerer, andere Studenten kennenzulernen. Ihre Mitbewohnerin Reagan scheint nicht wirklich an ihrer Freundschaft interessiert. Reagans Freund Levi ist ständiger Gast in ihrem Zimmer – solange Cath ihn nicht zum Warten vor die Tür setzt. Und dann ist da noch Nick, ein Kommilitone aus einem Kurs zum kreativen Schreiben. 

Zwischen Fandom und Offline-Leben

Die Fanwelt nimmt für Cath viel Raum ein. Ihre Fanfiction ist sehr beliebt und bevor das letzte Buch der Buchreihe herauskommt, möchte sie ihre Geschichte abschließen. Ihre Schwester hat früher mit ihr geschrieben oder zumindest Korrektur gelesen. Doch selbst das ist nun nicht mehr der Fall. Obwohl ab und an erwähnt wird, dass sie viele Freunde online hat, sehen wir das im Buch nicht wirklich. Sie antwortet nicht auf Kommentare, da es zu viele sind. Und auch sonst hat sie kaum nennenswerte Interaktionen mit anderen Fans.

Das war für mich etwas enttäuschend – schließlich heißt das Buch Fangirl. Ich erwartete, mehr Zusammenhalt zwischen Fans zu sehen. Stattdessen ist Cath oft mit ihren Gedanken und Problemen alleine und kann sich niemandem anvertrauen.

Die Handlung ist immer wieder durchbrochen von kleinen Passagen aus den Simon Snow Büchern oder Caths Fanfictions. So richtig hat das nicht unbedingt die Handlung dieser fiktiven Buchreihe beleuchtet und ich hätte gut darauf verzichten können.

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Eine Protagonistin zum Schütteln

Die Charaktere in Fangirl waren alle wirklich interessant und einzigartig. Wer selbst mit Ängsten zu tun hat so wie Cath findet sich hier vielleicht wieder. Ich hatte ehrlich gesagt ab und zu das Bedürfnis, sie zu schütteln. Vieles kam mir künstlich kompliziert vor, aber vielleicht kann ich mich einfach nicht in ihre Situation einfühlen. Reagan und Levi waren deutlich mehr nach meinem Geschmack.

Der Leser erlebt außerdem etwas schwierige Familienverhältnisse bei Cath und Wren. Ihre Mutter hat die Familie verlassen, der Vater hat sie danach allein aufgezogen. Oft wirkt es, als ob die beiden sich mehr um ihren Vater kümmern als anders herum.

Insgesamt ist das Buch schnell gelesen, denn der Stil ist wirklich schön und passend. Mir fehlte wie gesagt mehr vom Fandom, das immer wieder als so wichtig und unterstützend erwähnt wurde. Wer neugierig auf Caths Fanfiction geworden ist – sie ist veröffentlicht worden als Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow*. Fangirl erhält von mir 3,5 von 5 Buchherzen.

Bewertung: 3,5 von 5 Buchherzen

Erinnert an

J.K.Rowling im College

 

Infos zum Buch

Verlag Hanser
Autorin Rainbow Rowell
Übersetzerin Brigitte Jakobeit
ISBN 978-3446257009
Preis 18,00 €
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