Jugendbücher

Die Insel der besonderen Kinder – Jugendbuch Rezension

17. Mai 2018
Cover von Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs

Cover (Bildquelle)

Bücher mit besonderen Formaten und tollen Ideen tauchen immer wieder auf. Da gibt es zum Beispiel die Illuminae Akten*, die in Form von Akten und Dokumenten erzählt sind. Bei Kinderbüchern gibt es schon länger personalisierte Bücher, in die das Kind und seine Familie aufgenommen werden können. Als mir Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs empfohlen wurde, gefiel mir die Idee wirklich gut. In die Geschichte sind Bilder eingebunden, die relevant für den Geschichtsverlauf sind.

Handlung von Die Insel der besonderen Kinder

In Die Insel der besonderen Kinder begleiten wir Jacob. Sein Großvater Abraham erzählte ihm von frühester Kindheit an Geschichten von ganz besonderen Kindern, mit denen Abraham seine Kindheit verbrachte. Da gab es Kinder, die schweben oder Feuer herbeizaubern konnten. Solche die übermenschlich stark waren oder einen Mund auf der Rückseite ihres Kopfes hatten. Und er hatte sogar Beweise: alte Fotos auf denen diese Kinder zu sehen sind. Die Fotos sind Inhalt des Buches und werden an passenden Stellen abgebildet. Als Abraham überraschend angegriffen wird und in Jacobs Armen stirbt, geben seine letzten Worte Jacob eine Aufgabe. Er findet einen Brief von Miss Peregrine und macht sich auf die Suche nach Abrahams Ursprüngen. Obwohl er lange den Glauben an die besonderen Kinder verloren hat, wird er diese Zweifel bald überdenken müssen.

Die Aufmachung des Buches und auch die Fotos ließen mich eher eine etwas gruslige Geschichte vermuten. Das bestätigte sich allerdings nicht. Sie war zahm und meist sehr vorhersehbar. Jacob als Protagonist war nicht mein Fall. Er kommt aus einem reichen Elternhaus. In einer Drogerie, deren Drogeriekette seiner Familie gehört, verdient er sich etwas dazu. Sein eigentliches Ziel dort ist aber, sich so schlecht zu benehmen, dass er gefeuert wird. Irgendwie ist es da kein Wunder, dass er nur einen einzigen Freund hat, den er später auch noch vergrault.

Die Insel der besonderen KinderEindimensionale Charaktere

Die Handlung nimmt etwas Fahrt auf als Jacob nach Wales fliegt und die Insel der besonderen Kinder sucht und schließlich auch findet. Die Kinder leben in einem sich täglich wiederholenden Zeitabschnitt der durch Miss Peregrines Magie aufrechterhalten wird. Die besonderen Kinder selbst sind recht einseitige Charaktere und haben außer ihrer Kräfte wenig, was sie voneinander unterscheidet. Auch der Ansatz der Liebesgeschichte die sich entwickelt ist für mich befremdlich, zu viel möchte ich aber nicht verraten.

Die Geschichte verläuft streckenweise wirklich langatmig und hat mich oft nicht gut unterhalten. Vieles war vorhersehbar, wobei im letzten Drittel des Buches die Spannung entsteht und es auch eine interessante Wendung gibt. Das Ende zeigt deutlich, dass es eine Fortsetzung geben wird. Ob ich die allerdings lese, weiß ich noch nicht. Ich werde mir den 2016 erschienenen Hollywood-Film* ansehen. Vielleicht weckt der die Lust auf die beiden weiteren Bücher in dieser Reihe. Der Film hat auf jeden Fall einen ganz wunderbaren Cast. Asa Butterfield als Jacob klingt super, dazu noch Judi Dench und Sam Jackson.

Den Einsatz der Bilder hatte ich mir anders und eindrucksvoller vorgestellt. Meist waren sie einfach in den Text eingefügt und kurz beschrieben. Einige der Fotos haben der Geschichte überhaupt keinen Mehrwert gebracht. Rein erzählerisch hatte ich immer das Gefühl, sie hätten besser in die Handlung eingefügt werden können.

Das englische Hörbuch

Auch hier habe ich zusätzlich das englische Hörbuch von der Penguin Random House Audio Publishing Group angehört. Es empfiehlt sich für das Format natürlich nicht ganz, da die Bilder zwar verfügbar sind, ich sie beim Hören aber nicht immer zur Hand hatte. Das Hörbuch wurde 2011 veröffentlicht und ist etwa 10 Stunden lang. Im Großen und Ganzen war es unterhaltsam, ich mochte allerdings viele der den Charakteren eigenen Stimmen nicht. Vor allem Miss Peregrine hörte ich ungern. Der Sprecher Jesse Bernstein hat bereits viele der Percy Jackson Hörbücher gesprochen, ist also ein alter Hase.

 

Die Insel der besonderen Kinder war für mich leider eher unterwältigend. Die Idee, Bilder und Handlung zu verbinden ist gut, die Umsetzung könnte besser sein. Auch die Charaktere blieben blass und der Protagonist unsympathisch. Das Buch erhält daher von mir 2,5 von 5 Buchherzen.

Bewertung: 2,5 von 5 Buchherzen

Kennt ihr die Bücher oder Filme der Insel der besonderen Kinder? Wie ist euer Fazit?

Erinnert an…

X-Men in der Grundschule

 

Infos zum Buch

Verlag Droemer Knaur
Autor Ransom Riggs
Übersetzerin Silvia Kinkel
Originaltitel Miss Peregrine’s Home for Peculiar Children
Reihe Die besonderen Kinder Teil 1 (von bisher 3)
ISBN 978-3426510575
Preis 14,99 €
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