Kinderbücher Lesen mit Kindern

Eine ehrliche Meinung über Conni mit der Schleife im Haar

3. Juni 2018

Conni gibt es bei uns auch als PuppeWährend die Helden unserer Kindheit eher Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen waren, kommen die Kinder der Buchfamilie heutzutage kaum an den Kinderbüchern um die kleine Conni mit der Schleife im Haar herum. Für das Kind ist es ja auch super – Conni erlebt alles, was unsere kleine Leserin selbst schon erlebt hat oder noch vor sich hat. Sie fährt in den Urlaub, kommt in den Kindergarten oder bekommt ein Geschwisterkind.

Conni gehört zum Inventar. Wortwörtlich.

Neben dem Band Conni-Geschichten die stark machen haben wir diverse Einzelbände, besitzen ein Conni-Malbuch, eine Conni-Puppe sowie zwei Figuren für die Toniebox die jeweils zwei Geschichten abspielen. Genau diese zwei Figuren waren über ein halbes Jahr der tägliche Begleiter der damals Dreijährigen. Sie hatte die Toniebox nicht zum Geschichten hören, sondern zum Conni hören. Obwohl sie die Wahl aus zehn verschiedenen Figuren hat, wünschte sie sich jeden Abend zum Einschlafen eine ihrer Connis. (Über unsere Toniebox habe ich hier mehr geschrieben.)

Prinzipiell finden wir es toll, dass es da eine „Freundin“ für das Kind gibt, der sie so nahe steht und der sie gerne immer wieder begegnet. Viele der Geschichten mögen wir selbst auch gerne und manchmal gibt es auch gleich eine praktische Moral mitgeliefert (z.B. bei Conni geht verloren). Manche Conni Geschichten sind bei uns allerdings nach dem ersten Lesen verschwunden.

Eine kleine Auswahl unserer Connis. Bücher, Puppe und Tonie FigurenWas gibt es an Conni auszusetzen?

Nun, ein Beispiel ist das Buch Conni geht zum Friseur. Wir bekamen es geschenkt und lasen es, um das Kind auf ihren ersten Friseurbesuch vorzubereiten. Im Buch hat Conni Angst vor genau diesem Besuch und trifft sich daher vorher mit einer Freundin. Diese ist Friseur-Profi und war schon oft beim Haare schneiden. Die Kinder spielen Friseur. Unter anderem malen sie sich dabei mit Wasserfarben ihre Haare bunt an. Danach stecken sie sich tolle Frisuren und als Connis Haare nicht halten wollen, klebt die Freundin ihr kurzerhand einen Kaugummi ins Haar. Äh?!

Wir sind mal so treudoof und behaupten, unser Kind würde niemals auf diese Idee kommen, wenn sie es nicht in einem Buch vorgelebt bekommen würde. Jedenfalls verschwand das Buch nach dem ersten Lesen aus dem Bücherregal und ist seither verreist.

War das schon alles?

Zugegeben, ein einziges Buch nicht zu mögen, das passiert einem in vielen Kinderbuchreihen mal. Wie gesagt lesen wir auch andere Conni Geschichten, aber trotzdem gibt es immer wieder Dinge, die mir hierbei negativ aufstoßen.

Vor allem mag ich dieses dargestellte klassische Familienkonzept nicht. Natürlich weiß ich, dass viele Familien es genau so leben wie bei Conni: Mama ist mit dem Kind zu Hause und Papa arbeitet zwangsläufig lange Stunden und kann sich wenig um den Nachwuchs kümmern. So kommt dann bei Conni zur Kindergarteneingewöhnung selbstverständlich nur Mama mit. Am ersten Tag nimmt sich der Papa extra frei, um Conni mit abholen zu können. Er kommt aber nicht mit in die Kita sondern wartet draußen vor der Tür auf Mama und Tochter.

Wieso?

Wenn er sich schon frei nimmt, wieso holt er sie dann nicht mit seiner Frau gemeinsam oder (ganz skandalträchtig) alleine ab? So fährt Conni dann auch alleine mit ihrer Mama in einen Bauernhofurlaub. Und als die Mutter sich am Fuß verletzt, wird das etwa vierjährige Kind am Morgen ohne Begleitperson in die Kita geschickt, anstatt dass der Papa sich den Morgen freischaufelt.

In diesen Conni-Geschichten wird einfach nicht das Familienbild abgebildet, das mir vorschwebt, das ich selbst erlebt habe oder das unsere Kinder erleben. Hier sind beide Eltern anwesend und verbringen Zeit mit ihnen.

Zwei unserer Conni BücherWird Conni nun boykottiert?

Nichtsdestotrotz umfasst das absolut nicht alle Conni-Geschichten. Oft erleben wir Conni-Papa auch als kompetenten Familienmenschen, daher werden hier auch weiterhin diese Geschichten gelesen.

Trotzdem sind uns andere Kinderbuchreihen oft lieber. Beispielsweise Mein Freund Max. Als Max in die Kita kommt, begleitet ihn der Papa. Außerdem hat er eine beste Freundin die auch großen Kindern mal die Meinung sagt. Und einen großen Bruder (nicht die typische Mutter-Vater-Sohn-Tochter-Familie). Klar ist auch Max nicht perfekt, aber die Bücher ziehen wir aktuell vor. Für uns ist Max die bessere Conni.

 

Und die Tonie-Figuren? Seit das Kind dreieinhalb ist, hört sie plötzlich querbeet alles, was ihr unter die Finger kommt. Daher sind die Connis da gerade eher abgeschrieben. Die warten jetzt auf die nächste kleine Hörerin, die in zwei Jahren bestimmt auch in ihre Conni-Phase kommt. Wir sind darauf vorbereitet.

 

Habt ihr auch kleine Conni-Fans zu Hause? Und gibt es andere Buchreihen, die ihr eher ungern vorlest?

 

Mareike von Mutti so yeah hat ihre Conni-Abneigung auch ganz gut auf den Punkt gebracht mit Conni, du nervst. Und Nathalie von Ganz normale Mama hat betrachtet, warum Conni uns Eltern nervt (aber bei Kindern gut ankommt).

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