Jugendbücher

Children of Blood and Bone – Jugendbuch Rezension

28. Juni 2018
Cover von Children of Blood and Bone von Tomi Adeyemi

Cover von Children of Blood and Bone (Bildquelle)

Die Black Lives Matter Bewegung hat sich über die vergangenen Jahre aus den Medien auch in die Buchwelt bewegt. Es geht unter anderem um Polizeigewalt amerikanischer (weißer) Polizisten gegen farbige Menschen. Das bekannteste Beispiel ist wohl das wirklich gute The Hate U Give*, in dem der Inhalt sehr an die bekannten Fälle aus den USA erinnert. Doch es gibt auch anderes Material zu dem Thema. Beispielsweise A Long Way Down*, ein englisches Buch in Versen in dem ein Junge den Tod seines Bruders rächen möchte und auf der Fahrstuhlfahrt begegnen ihm all die Menschen seiner Umgebung, die Gang-Kriegen zum Opfer gefallen sind. Laut Autorin Tomi Adeyemi ist auch das Buch Children of Blood and Bone* von Black Lives Matter beeinflusst. In diesem Buch sind alle Charaktere farbig, was in der Jugendbuchwelt eine echte Seltenheit ist. Es zeigt Unterdrückung, Rebellion und emanzipierte Charaktere.

Handlung von Children of Blood and Bone

Magie war in Orïsha beheimatet, bis sie durch den König ausgelöscht wurde. Wir begleiten Zélie, deren Mutter Magierin war und den Morden des Königs zum Opfer fiel. Ihr Volk ist seither verachtet und sie lebt in unheimlich schlechten Bedingungen. Eines Tages erhält sie die Chance, die Magie zurück nach Orïsha  zu bringen. Dafür muss sie wichtige Artefakte am richtigen Tag zusammenbringen und ein Ritual der Götter vervollständigen. Bei dieser Aufgabe unterstützen sie ihr Bruder Tzain und Amari. Amari ist die Prinzessin von Orïsha. Nachdem ihr Vater Amaris Freundin Schreckliches antut, flieht sie mit einem Artefakt und gibt Zélie damit den Anstoß für ihre Reise.

Währenddessen ist ihnen Amaris Bruder Inan auf den Fersen. Der Thronfolger hat eine klare Aufgabe: Amari stoppen, egal wie. Der Hass auf Magier sitzt sehr tief bei ihm und er will Zélie und ihre Begleiter um jeden Preis aufhalten.

Entwicklung der Charaktere

In Children of Blood and Bone stehen zwei Geschwisterpaare, jeweils Schwester und Bruder, im Mittelpunkt. Was mir gut gefiel: sie alle waren wirklich vielschichtig. Wer am Anfang stark und unbeugsam wirkt, dessen Unsicherheiten und Schwäche sehen wir später. Wer anfangs schwach und wie ein leichter Gegner wirkt, offenbart eine gewaltvolle Vergangenheit und große charakterliche Stärke. Es wurde hier auch viel mit den Gegensätzen gespielt. Sowohl von Zélie und Amari – nicht nur, weil Zélie wirklich lange braucht, um die Prinzessin zu akzeptieren. Auch Tzain und Inan sind sich sehr unähnlich.

Besonders Inan durchläuft in der Geschichte eine Entwicklung, die allerdings an einigen Stellen für mich recht plötzlich kam. Noch ein Pluspunkt: es stehen nicht ausschließlich Liebesbeziehungen im Mittelpunkt, sondern alle Charaktere bekommen in irgendeiner Weise eine Bühne für ihre Beziehung zueinander. Besonders die Geschwister sind hier Schlüsselpersonen für den oder die jeweils anderen.

Tempo der Handlung zu hoch

Nach einem gemäßigten Anfang, der die Welt aufbaut und uns Zélie vorstellt, prescht die Handlung irgendwann richtig voran. Ein Handlungsort folgt auf den nächsten, Gegner kommen und gehen. Fantasywesen begegnen den Helden, sie treffen Bekannte und Unbekannte, während der Stichtag immer näher kommt.

Ich hatte das Gefühl: Adeyemi will zu viel. Obwohl doch klar ist, dass eine Fortsetzung folgt, wird hier ein Feuerwerk an Handlung abgefeuert. Lieber hätte ich mehr Details dieser Welt gesehen und dann ein paar Orte erst im nächsten Teil kennengelernt. Klar ist: an einer Verfilmung wird schon gearbeitet. Die Szenenwechsel und geringe Ausschmückung können auf der Leinwand natürlich besser ausgeglichen werden. Im Buch haben sie bei mir eher für Verwirrung und Überforderung geführt.

Insgesamt gab es viel Spannung und Wendungen in der Geschichte. Auch die Charaktere waren gut ausgearbeitet. Trotzdem bleibt der Eindruck, Adeyemi wollte hier zu viel. Children of Blood and Bone erhält daher 4 von 5 Buchherzen.

Bewertung: 4 von 5 Buchherzen

Noch kritischer sah das übrigens Lex von Kathrineverdeen in der Rezension.

Erinnert an

Avatar – Auftritt nach Pandora trifft Avatar – Herr der Elemente

 

Infos zum Buch

Verlag Fischer Tor
Autorin Tomi Adeyemi
Übersetzerin Andrea Fischer
ISBN 978-3841440297
Preis 18,99 €
Auf Amazon kaufen*

 

 

*Affiliate Link

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu